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Brennpunkt Luftraum Ramstein
In den zurückliegenden Monaten wurden von USAF Besatzungen beim Anflug auf Ramstein Air Base sechs Sichtungsmeldungen anderer Luftfahrzeuge gemacht. Während des IFR-Anfluges auf die Landebahn 27 kam es zu Annäherungen durch andere Luftfahrzeuge, die von den Besatzungen nicht verhindert werden konnten und das Sicherheitsempfinden deutlich verletzten. Durch die Verlagerung des Flugbetriebes der Rhein-Main Air Base nach Ramstein kommt es dort vermehrt zu Instrumentenanflügen mit Großraumflugzeugen C 5 Galaxy, B 747 Jumbo Jet, DC 10 usw. Jährlich gibt es in Ramstein 37.000 Flugbewegungen mit den unterschiedlichsten Flugzeugtypen.
Auf Vorschlag des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr fand am 06.05.2005 ein Informationsabend des militärischen Flugsicherungspersonals von Ramstein Air Base, Vertretern der DFS Deutsche Flugsicherung, der Luftsportverbände Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der umliegenden Vereine statt. Alle waren sich einig, dass der Flugsicherheit höchste Priorität eingeräumt und versucht werden muss, die Probleme im Rahmen der derzeitigen Luftraumstruktur zu lösen, um allen Luftraumnutzern gerecht zu werden.
Zu diesem Zweck wurden verschiedene Einzelmaßnahmen vereinbart, deren Erfolg in einem weiteren Gespräch zum Ende der Segelflugsaison 2005 besprochen werden soll.
Die Empfehlungen an die allgemeine Luftfahrt und den Luftsport umfassen:
1.Aufforderung an alle VFR Piloten, den Transponder, sofern an Bord, auch unterhalb 5.000 ft unbedingt mit Mode A/C 0021 (VFR) einzuschalten.
Das Einschalten des Transponders ermöglicht der Anflugkontrolle eine frühzeitige und kontinuierliche Information. Zusätzliche Sicherheit bieten TCAS/ACAS-Systeme, die in den Transportflugzeugen der USAF eingebaut sind und den Code 0021 (VFR) empfangen.
2.Umliegende Landeplätze/Segelfluggelände informieren Ramstein Air Base per Fax (Tel.-Nr. 06371 – 47-9488) bei Aufnahme ihres Flugbetriebs über Art und Umfang (Motor-, Motorsegler-, Segelflug, UL-, Gleitschirm- und Drachenflug).
Mit dieser Information wird das Lagebild für die Flugleitung in Ramstein Air Base komplettiert und auch auf den Flugbetrieb hingewiesen, der ohne Transponder und vor allen Dingen aufgrund der thermischen Bedingungen mit dem ihm typischen Flugverhalten (Flug ohne Motor) unterwegs ist.
3.Die Anflugkeulen der Ramstein AirBase (auf der beiliegenden Karte gelb schrafiert) sind für alle Teilnehmer am Luftverkehr Gefahrenbereiche und müssen mit äußerster Umsicht unter sorgfältiger Einhaltung der VFR -Bedingungen beflogen werden.
Das Kreuzen eines Anflugsektors im rechten Winkel zur Anflugrichtung möglichst oberhalb der kritischen Höhen ist „Good Airmanship“, da dies die gegenseitige visuelle Wahrnehmung erleichtert, Konflikten vorbeugt und im Regelfall die schnellste Möglichkeit ist, einen Sektor zu durchfliegen. Segelflugzeuge sollten im Bereich der An- und Abflugrouten auf das Kreisen im Aufwind möglichst verzichten oder bei absoluter Notwendigkeit Ramstein Tower bzw. Ground Control Approach informieren (s.u. P. 4.)
Der Anflug auf Ramstein beginnt im Westen beim Anflugpunkt „MAPIG“ (22 NM 40 km westlich von Ramstein, fast identisch mit dem Segelflugplatz Marpingen) und im Osten beim Anflugpunkt „FRANK“ (17 NM 32 km von Ramstein bei der Ortschaft Frankenstein). Die Anflugpunkte werden in mindestens 5.000 ft MSL (1.500 m NN) verlassen. Sowohl seitliche als auch Höhenabweichungen vom Gleitpfad sind üblich. Über ATIS (124.275 MHz) kann die aktive Landebahn und damit die Anflugrichtung (bei 27 von Osten über FRANK, bei 09 von Westen über MAPIG) erfahren werden. - Ein weiterer Knotenpunkt ist „PIVOT“ nahe dem Segelflugplatz Essweiler, der allerdings nur bei VFR -Übungsflügen von den in Ramstein stationierten Piloten für den An- und Abflug genutzt wird.
4.Wenn irgend möglich, soll nahe Ramstein CTR mit Ramstein Tower (133,20 MHz) bzw. Ground Control Approach „GCA“ (129,05 MHz) Kontakt aufgenommen werden zur Information über den geplanten Flugweg (nur in englischer Sprache möglich).
Eine direkte Information der Flugleitung in Ramstein per Sprechfunk (leider nur in englischer Sprache möglich) bildet eine weitere Möglichkeit, den Luftverkehr rund um Ramstein für alle Beteiligten sicherer zu machen. Bei Annäherung an die Anflugsektoren bzw. Anflugpunkte im Höhenband GND - bis 5.000 ft. MSL (Boden bis ~ 1.500 m NN) ist es ausreichend, an “Ramstein Tower” oder “GCA” den beabsichtigten Flugweg mitzuteilen, wie z.B. „D-1686 Glider, 15 NM East at 3.500 ft, crossing extended center line from north to south in 5 minutes“.
Mit der Veröffentlichung der Anflugverfahren geben wir allen Piloten der Allgemeinen Luftfahrt die Möglichkeit, sich über die Hauptanflugstrecken zu informieren. Wetterbedingt erfolgen 70 – 80 % der Anflüge nach Ramstein von Osten kommend. Beachtet werden muss, dass die Großraumflugzeuge auch unter guten Sichtflugbedingungen nach IFR fliegen und gewaltige Wirbelschleppen erzeugen, die hinter dem Flugzeug absinken und nach Lee versetzt werden.
Mit einem erhöhten Bewusstsein über die Notwendigkeit der Information für alle Teilnehmer am Flugbetrieb kann der Luftraum rund um Ramstein sicherer gemacht werden, ohne dass es zum Einschreiten der Flugsicherung mit neuen Luftraumrestriktionen kommen muss. Auch die Controller und ständig in Ramstein stationierten Piloten werden bzgl. des Flugbetriebs an den umliegenden Segelflug- und Landeplätzen gebrieft. Die seit dem 11.09.2001 ausgesetzten gegenseitigen Besuche wurden im letzten Jahr vom Aero Club Saar wiederbelebt. Auch bei der USAF herrscht großes Interesse daran, die Nachbarplätze zu besuchen und sich im Rahmen der guten Nachbarschaft über Probleme gegenseitig zu informieren. Daher wurden sowohl von den beiden angrenzenden Landesverbänden als auch von der USAF Einladungen für gegenseitige Besuche ausgesprochen.
Alle Luftsportler – Motor- und Motorsegelflieger, UL-Flieger, Drachen-, Gleitschirm- und Segelflieger – sowie alle Piloten der Allgemeinen Luftfahrt werden eindringlich aufgefordert, Flüge in der Umgebung von Ramstein unter Beachtung der o.g. Hinweise sowie mit guter Vorbereitung und besonderer Umsicht vorzunehmen, um das Risiko einer gefährlichen Begegnung zu minimieren.
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